Wirksame Hautschutzkonzepte verhindern Erkrankung
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Die Statistiken zeigen erschreckende Zahlen: Auf mindestens eine Million Fehltage im Jahr summieren sich in Deutschland die Ausfallzeiten von Arbeitnehmern, die an berufsbedingten Hauterkrankungen leiden. Das bedeutet mehr als eine Milliarde Mark Kosten für die Unternehmen und die Krankenkassen. Durch den Beruf verursachte Dermatosen stellen also ein sozialmedizinisches und gesundheitsökonomisches Problem dar. Der Hauptgrund für die Erkrankungen: Schadstoffe am Arbeitsplatz und Umwelteinflüsse schwächen den natürlichen Schutzmechanismus der Haut. Ein wirksamer Schutz ist unabdingbar. Ein eindeutiges Hautschutzkonzept kann als präventive Maßnahme jedoch nur erfolgreich sein, wenn bestimmte Kriterien beachtet werden. Der berufliche Hautschutz sollte sich nicht auf die vorbeugende Anwendung von Hautschutzsalben beschränken, sondern durch eine an die Verschmutzung angepasste zweckmäßige und schonende Reinigung sowie regenerierende Hautpflege ergänzt werden.Gefahren erkennen
Viele Berufsgruppen sind durch Hautkrankheiten stark gefährdet. Bei den Gebäudereinigern stellen sie sogar die mit Abstand häufigsten berufsbedingten Erkrankungen dar – eine besonders schwerwiegende Tatsache, da die Gebäudereiniger das Handwerk mit den meisten Beschäftigten repräsentieren. Ihre Haut ist unter anderem durch Nassarbeit oder den Gebrauch von aggressiven Reinigungsmitteln besonders gefährdet. Weitere Gefahren lauern auch bei Reinigungsarbeiten in medizinischen Einrichtungen, wo Infektionen möglich sind. Die Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter deshalb auf mögliche Gefahren und die erforderlichen Schutzmaßnahmen aufmerksam machen. Hautschäden werden hauptsächlich verursacht durch chemische und – in geringerem Maße – physikalische Einwirkungen:- wassermischbare Berufsstoffe z.B. Kalk, Zement, Dispersionsfarben, Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, verdünnte Säuren und Laugen, Naßarbeiten
- Lösemittel, lösemittelhaltige Reiniger
- UV-Strahlen bei Arbeiten im Freien
Um die geeigneten Vorbeugemaßnahmen zu treffen, ist es hilfreich, die Wirkungsweise hautschädigender Stoffe zu kennen. Stoffe mit chemischer oder physikalischer Reizwirkung verursachen bei kurzfristigem Kontakt leichtere Entzündungen der Haut, die relativ schnell zurückgehen und keine sichtbaren Veränderungen hinterlassen. Andauernde, an sich unterschwellige Hautreize führen mit der Zeit zu einer Erschöpfung der Regenerationsfähigkeit der Haut. Die Reizstoffe können in tiefere Hautschichten gelangen und schädigen die Epidermiszellen. Die Folge: Fett- und Säureschutzmantel der Haut werden zerstört. Es entsteht das Bild des „chronischen irritativen Ekzems“, auch Abnutzungsderma-tose genannt. Die Haut wird trocken, schuppend, leicht gerötet und von Rissen durchzogen. Konzentration und Einwirkungszeit sind für das Ausmaß der Schädigung maßgebend. Die persönlichen Schutzmaßnahmen umfassen drei Komponenten: - Hautschutz
- Hautreinigung
- Hautpflege
| Art | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Sand | ökologisch neutral dermatologisch/toxikologisch problemlos mikrobiologisch problemlos Verfügbarkeit ausreichend |
Verstopfen der Waschbeckenabflüsse gemahlene Kiese zu scharfkantig (Hautverletzungen) |
| Holzmehl | gute Wirkung ökologisch positiv dermatologisch/toxikologisch unbedenklich Verfügbarkeit ausreichend |
Spenderbetrieb nicht immer problemlos |
| Kunststoff-Reibemittel | gute Wirkung dermatologisch/toxikologisch unbedenklich mikrobiologisch problemlos gute Spendereignung |
aus Rohstoffen auf Erdölbasis nicht biologisch abbaubar |
| Bio-Reibemittel (z:B: Nußschalenmehl) |
gute Wirkung ökologisch positiv dermatologisch/toxikologisch problemlos sehr gute Spendereignung |
z.T. begrenzt verfügbar z.T. aufwendige Aufarbeitung, um Keimfreiheit zu erreichen |
Hautschutz
Der direkte Kontakt mit hautschädigenden Stoffen lässt sich auch mit Hilfe von Schutzhandschuhen oder technischen Maßnahmen häufig nicht verhindern. In diesen Fällen haben sich spezielle Hautschutzsalben bewährt. Sie sollen das Eindringen von Schadstoffen in die Haut möglichst verhindern und die Hautreinigung erleichtern. Die Auswahl der geeigneten Hautschutzsalbe erfolgt in Abhängigkeit von der Wasserlöslichkeit des Arbeitsstoffs. Auch die richtige Anwendung des Hautschutzes muss erläutert werden (vor jeder Arbeitsaufnahme auf die saubere Haut auftragen: Handrücken, Nagelbett, zwischen den Fingern gleichmäßig verteilen).Hautreinigung
Die Verwendung ungeeigneter Hautreinigungsmittel trägt wesentlich zur Entstehung berufsbedingter Hauterkrankungen bei, insbesondere, wenn Hilfsmittel wie Wurzelbürste, Bleichlauge oder technische Lösungsmittel zum Einsatz kommen. Es gilt bei der Hautreinigung immer der Grundsatz, dass diese so hautschonend wie möglich erfolgen muss, gleichzeitig aber auch Verschmutzungen wirkungsvoll entfernt werden müssen. In der Praxis sind immer wieder zwei Extremfälle zu beobachten. Zum einen sind die Reinigungsmittel nicht in der Lage, die Verschmutzungen zu beseitigen, so dass zu Hilfsmitteln bis hin zu technischen Lösungsmitteln gegriffen wird. Auf der anderen Seite werden Produkte eingespart, und es wird nur ein einziges stark wirksames Mittel eingesetzt, obwohl die Mehrzahl der Verwender mit einem weniger stark reinigenden Produkt auskommen würde. Die Zusammensetzung des Reinigungsmittels soll auf Art und Grad der Verschmutzung abgestimmt sein. Lösemittelhaltige Hautreiniger sind nur bei ganz bestimmten Verschmutzungen anzuwenden. Lacke, Kleber, Verdünner, Waschbenzin, Kaltreiniger oder ähnliche Mittel dürfen nicht zur Hautreinigung benutzt werden. Je intensiver das Reinigungsvermögen eines Handreinigers ist, desto leichter kann er auch die Haut schädigen. Erstrebt wird jedoch eine gründliche Reinigung bei bestmöglicher Hautschonung.Naturprodukte vorziehen
Im Sinne des Umweltschutzes darf die Forderung des Gesetzgebers nach biologischer Abbaubarkeit nicht außer acht gelassen werden. Für die waschaktiven Substanzen (anionische und nicht ionische Tenside) wird entsprechend der Tensidverordnung eine 90prozentige Abbaurate vorausgesetzt. Darüber hinaus kann durch den Einsatz eines Naturproduktes als Reibemittel auch der biologische Abbau dieses Rezepturbestandteils gewährleistet und somit die Umweltverträglichkeit des Handreinigungsmittels wesentlich verbessert werden. Ein solches Naturprodukt ist zum Beispiel harz- und rindenfreies Weichholzmehl. Das mikroskopische Bild des Holzmehls zeigt eine faserige, poröse Struktur. Als homogener Bestandteil der Rezeptur hat dieses Abrasivum ein gutes Schmutztragevermögen und ist als schonender Hautreiniger gut geeignet. Intensivere Reibewirkung und somit verstärkte Reinigung wird mit Walnussschalenmehl erreicht. Auch dieses Reibemittel basiert auf nachwachsenden Rohstoffen.Reinigungsmittel: Grundregeln der Anwendung
Zur schonenden Hautreinigung gehört neben der richtigen Auswahl der Produkte auch die Beachtung einiger Grundregeln für ihre Anwendung:- Grobe Verschmutzungen ggf. zuerst mit einem sauberen Lappen, idealerweise jedoch mit Papiertüchern zur einmaligen Verwendung, entfernen.
- Empfohlene Menge Reinigungsmittel ohne Wasser auf der Haut verteilen.
- Mit wenig Wasser waschen.
- Schmutz gründlich mit viel Wasser abspülen.
- Sorgfältig abtrocknen! Das sorgfältige Abtrocknen der Hände ist wichtig, um trockene Haut – insbesondere in den Wintermonaten – zu verhindern.

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