FAQ
Die TA Luft in wenigen Sätzen

Die TA Luft gliedert sich im Wesentlichen in einen Immissionsteil mit Vorschriften zum Schutz vor unvertretbar hohen Schadstoffbelastungen. Die Anlagenzulassung wird an europäisches Recht angepasst. Der Emissionsteil der Verordnung stellt Anforderungen zur Vorsorge gegen schädliche Umwelteinwirkungen auf und legt Emissionswerte für sämtliche relevanten Schadstoffe fest.
Die Geschichte der TA Luft
Die „Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft / Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz“ wurde am 27. Februar 1986 erlassen. Die Novellierung wurde am 30. Juli 2002 veröffentlicht und trat zum 1. Oktober 2002 in Kraft. Die Übergangsfrist zur Umrüstung und Sanierung genehmigungsbedürftiger Anlagen endete am 30. Oktober 2007. Seither greift bei Altanlagen die so genannte Absterbensregel: Bei Reparatur bzw. Wartung müssen TA Luft-konforme Ersatzteile eingebaut werden.
Welche Anlagen sind betroffen?
Betroffen von der TA Luft sind alle nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigungspflichtigen Industrie-, Gewerbe- und Abfallentsorgungsanlagen. Die TA Luft steht im Zusammenhang mit dem veränderten EU-Recht, insbesondere der Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzungen (IVU-Richtlinie) sowie den Richtlinien zur Luftqualität. Für Altanlagen gilt die so genannte Absterbensregel: Alle während einer Reparatur oder auch Wartung ausgetauschten Ersatzteile müssen TA Luft-konform sein.
Wer ist betroffen?
Nicht nur die Betreiber genehmigungsbedürftiger Anlagen sowie Immissionsschutz-, Störfall- und Umweltbeauftragte, sondern auch Sachverständige und Umweltgutachter, Umweltbetriebsprüfer, Umweltauditoren, Planungs- und Ingenieurbüros. Die Einhaltung von Anforderungen gemäß TA Luft ist Sache des Anlagenbetreibers.
Was kommt auf die Anlagenbetreiber zu?
Die Anforderungen an die Anlagenbetreiber richten sich nach den Emissionswerten einzelner Stoffe. Dabei steht nicht allein das Jahresmittel im Vordergrund. Es werden auch Tageswerte, Stundenwerte und sogar Halbstundenwerte berücksichtigt. Viele Anforderungen der TA Luft ergeben sich erst aus den in Bezug genommenen Dokumenten, etwa die Richtlinien VDI 2440 VDI 2200 und die Normen DIN 28090-1:1995 und DIN 28090-2:1995. Nach der neuen TA Luft werden Dichtungen punktuell gemessen.
Mit welchen Innovationen können Anlagenbetreiber bei der TA Luft punkten?
Zum Beispiel mit TA Luft-konformen Dichtungen in allen Werkstoffklassen, die auf Hochleistungsfaserstoffen beruhen – wie Aramid, Carbon, PEEK, PPS. Hilfestellung zur Auswahl der passenden Dichtung geben VDI 2440 und VDI 2200. Zum Beispiel mit Top- Spindelabdichtungen von Armaturen, die sowohl den Anforderungen der europäischen IPPC-Direktive 96/61/EC und der TA Luft gerecht werden. Zum Beispiel mit Armaturen, die nicht nur TA Luft-kompatibel sind, sondern auch die höchsten Reinheitsansprüche der pharmazeutischen und chemischen Industrie erfüllen – wie PTFE-imprägnierte Aramidvlies-Ringe, die die VDI-Leckage-Richtlinien von 10-4 mbar· l/(s·m) bei Temperaturen von -200 bis +280 °C erfüllen. Oder mit neuen Standard-Verschraubungen, die nicht nur dicht halten, sondern auch einfach zu handhaben sind. Der Technische Handel bietet hier für jede Herausforderung eine Lösung.
Was ist mit metallischen Dichtungen bei Flanschverbindungen?
Metallische Dichtungen bei Flanschverbindungen, Absperr- und Regelorganen sind TA Luft-konform. „Gleichwertig“ bzw. „hochwertig“ laut VDI 2440 können andere Dichtsysteme sein, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Grundsätzlich darf die vorgegebene Leckagerate im Bauteilversuch nicht überschritten werden; die Einhaltung der spezifischen Leckagerate von 10-4 mbar · l/(s·m) muss nachgewiesen sein, die konstruktive Ausführung des Dichtsystems muss eine bestimmungsmäßige Funktion unter dauerhaften Betriebsbedingungen erwarten lassen. Dichtungsauswahl und Auslegung der Flanschverbindung müssen auf den Dichtungskennwerten nach DIN EN 13555 bzw. DIN EN 1591 basieren.
Wofür ist die Baumusterprüfung nach VDI 2440 durchzuführen?
Für das komplette Dichtungssystem und für den Einsatz mit bestimmten Medien. Eine Baumusterprüfung allein für die Dichtung genügt nicht.
Wer führt Baumusterprüfungen durch?
Baumusterprüfungen werden von den Herstellern von Dichtungssystemen ausgeführt, von Anlagenbauern und Komponentenlieferanten sowie von anerkannten Prüfinstituten.