Gewindedichtfaden

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Gewindedichtfaden aus Polyamidfasern

In den letzten Jahren wurde eine Vielzahl neuer Rohrverbindungssysteme eingeführt. Trotz dieser neuen Systeme werden weiterhin täglich unzählige Gewindeverbindungen im Rohrleitungsbau eingesetzt, die eines Dichtmediums bedürfen. Zu den altbekannten Gewindedichtungen wie zum Beispiel Hanf und Kitt oder PTFE-Band hat Loctite eine Alternative entwickelt: einen Gewindedichtfaden aus Polyamidfasern.

Hanf

 Hanf verfügt über die positive Eigenschaft, bei Kontakt mit wäßrigen Medien zu quellen. Dadurch können eventuell vorhandene Hohlräume und Leckagewege abgedichtet werden. Dieser Prozeß ist jedoch auch reversibel. Dies bedeutet, dass das Dichtmedium bei Trokkenheit sein Volumen reduziert. Dadurch können zum Beispiel nach längeren Stillstandszeiten in einem Leitungssystem Leckagen auftreten.
Das Naturprodukt Hanf unterliegt einem natürlichen Alterungsprozeß. Trotz des mitverwendeten Kitts kann Hanf im Laufe der Zeit verspröden und zu Leckagen führen. Bei Druckluftleitungen können unentdeckte Leckagen einen wesentlichen Kostenfaktor darstellen. Weitaus bedeutender ist die Gefährdung, die von Leckagen in Erdgasleitungen oder in Leitungssystemen für giftige Gase ausgehen kann.

PTFE-Bänder

 Der Werkstoff PTFE ist chemisch inert und verfügt über eine thermische Beständigkeit. Das Auftragen des Dichtungsbandes ist schwierig, da es sich nur bedingt den Gewindegeometrien anpaßt. Beschädigungen des Dichtbandes und Überdosierungen müssen vermieden werden. In Leitungssystemen mit integrierten Ventilen, wie zum Beispiel Hydraulikleitungen, kann Materialabrieb zu Verstopfungen der Ventile und somit zu aufwendigen Reparaturen führen.
PTFE verfügt über sehr gute Gleiteigenschaften. Richtig dimensioniert wirken PTFEBänder somit als Schmiermittel. Damit lassen sich hohe Vorspannungen erzielen. Aufgrund zu hoher Vorspannungen kann es jedoch auch zu übermäßigen Belastungen der Gewindeverbindungen und damit zum Bruchversagen kommen. Die guten Gleiteigenschaften können einen weiteren nachteiligen Effekt haben. Bei dynamischer Belastung der Gewindeverbindung kann es zu einem Lösen der Gewindeverbindungen und eventuell gar zu einem vollständigen Losdrehen kommen.
Bei einfachen PTFE-Bändern ist ein Zurückdrehen nicht zulässig. Schon geringste Bewegungen in Ausschraubrichtung führen zu Leckagen in der Dichtung.
Wie muß eine gute Gewindedichtung beschaffen sein?
Aus den ungünstigen Eigenschaften der Dichtmittel Hanf mit Kitt und PTFE-Band lässt sich ableiten, wie eine ideale Dichtung für Rohrgewindeverbindungen beschaffen sein muß:
  1. einfach, schnell und sauber aufzubringen
  2. kostengünstig
  3. formstabil über die gesamte Lebensdauer
  4. dauerelastisch und vibrationsbeständig
  5. justierbar und gut demontierbar
  6. Erfüllung aller gängigen Vorschriften für den Installationsbereich

Gewindedichtfaden Loctite 55 – die Alternative

 Loctite 55 besteht aus vielen einzelnen endlosen Polyamidfasern. Dieses Multifilament ist mit einer chemisch inerten Paste auf Basis von Silikonöl imprägniert. Das Produkt ist geruchlos und frei von Lösungsmitteln und somit gefahrlos für den Anwender bei der Verarbeitung. Geliefert wird das Produkt in einer praktischen Spenderdose (Inhalt 150 m) mit integrierter Schneidklinge. Loctite 55 kann für alle Metall- und Kunststoffgewindeverbindungen als Dichtmittel eingesetzt werden, bis zu einem Durchmesser von 6 Zoll (150 mm). Eine Dose Loctite 55 (Inhalt 150 m) ersetzt dabei ungefähr 20 übliche PTFE Bänder.
Eine Vergleichsstudie der refaconsult® GmbH, des Beratungshauses der REFA-Organisation, ermittelte unter industriellen Bedingungen die Zeit- und Kostenersparnis beim Einsatz von Loctite 55 gegenüber den Gewindedichtmitteln Hanf und Kitt.
Rohrdurchmesser Zeitersparnis in %/Verbindung Kostenersparnis in %/Verbindung
1 Zoll 51% 49%
11⁄4 Zoll 50% 48%
11⁄2 Zoll 48% 43%
2 Zoll 54% 45%

Freigaben – Gas und Trinkwasser

  • Loctite 55 ist für die Gas-Hausinstallation zugelassen (DVGW-Registrierungsnummer DV-5142 AU 0166)
  • Loctite 55 wurde gemäß den KTW-Empfehlungen des Bundesgesundheitsamtes überprüft und für den Einsatz bei Trinkwasserleitungen im Kalt- und Heißwasserbereich zugelassen
  • Neben den für Deutschland relevanten Freigaben verfügt der Gewindedichtfaden mittlerweile auch in fast allen europäischen Ländern, Nordamerika und Australien/Neuseeland über die notwendigen Freigaben für den Einsatz in der Gas- und Wasserinstallation.
  • Die Produkteigenschaften von Loctite 55 wurden nach dem RWTÜV Standard kontrolliert.

Beispiele aus der Industriepraxis:

Heizkesselmontage – Viessmann Werke

 Die Viessmann Werke sind mit rund 6.700 Mitarbeitern weltweit einer der bedeutendsten Hersteller von Produkten der Heiztechnik. Bei den bodenstehenden Heizkesseln ist Viessmann die europaweit meistverkaufte Marke. Im Zuge des kontinuierlichen Innovationsprozesses in der Heizkesselmontage wurde nach Optimierungspotentialen gesucht. Grundvoraussetzung für Änderungen war die Beibehaltung oder Verbesserung der hohen Qualitätsstandards von Viessmann. Fündig wurde Viessmann unter anderem bei der Abdichtung von Gewindeverbindungen auf der Brauchwasserseite in Heizkesseln der Baureihe „Vitogas“. Für diese Abdichtung kam bisher Hanf mit Kitt zum Einsatz. Die Serienfertigung wurde vom arbeitsintensiven Einhanfen der Gewinde auf die Nutzung des schnellen und kostengünstigeren Dichtfadens Loctite 55 umgestellt.

Sprinklerinstallation – Stangl AG

 Die Stangl AG mit Hauptsitz in Deggendorf ist eines der führenden deutschen Unternehmen in der Haus- und Versorgungstechnik. Beim Bau des zweiten Terminals am Münchner Flughafen wurde die Firma Stangl mit der Ausführung des Sprinklersystems beauftragt. Das Sprinklersystem im Terminal MUC II umfaßt ca. 300.000 Gewindeverbindungen. Um Montagezeiten und somit Kosten bei der Installation zu reduzieren, wurden die bisher verwendeten Dichtmittel Hanf und Teflonband durch den Gewindedichtfaden Loctite 55 ersetzt. Die Zeitersparnis mit Loctite 55 beträgt hier pro Gewindeverbindung bis zu 54% gegenüber der Verwendung mit Hanf.

Instandsetzung – Deutsche Bahn AG

Im Werk Neumünster der DB AG wird im Zuge der Überholung von Speisewagen Loctite 55 zur Abdichtung im Wasserkreislauf eingesetzt. Im Werk Kassel wird Loctite 55 als Ersatz für Teflonband im Bereich der Bremssysteme zum Einsatz gebracht. In dieser Anwendung wird gegen Druckluft mit einem Überdruck von 10 bar abgedichtet.