75 Jahre KARASTO Armaturenfabrik Oehler GmbH (VTH 737)
Frage:
„Immer ganz vorne am Schlauch“ heißt doppelsinnig Ihr Firmenmotto. Wie „vorn“ sind Sie im Jubiläumsjahr, in dem der Rest der deutschen Wirtschaft an der Rezession entlangschrammt?Klaus Schluchter:
Wir müssen unser Motto nicht ändern. Auch in wirtschaftlich schlechten Perioden gibt es Unternehmen, denen es gegen den allgemeinen Trend gut geht. Trotz des derzeit schwachen konjunkturellen Umfelds können wir eine sehr gute Geschäftsentwicklung aufweisen. Darin bleiben wir unserer Geschichte treu: Schon ein Jahr nach der Gründung von KARASTO brach die Weltwirtschaftskrise über uns herein. Wir haben auch diese Bewährungsprobe überstanden.Frage:
Das war 1929. Wie hat das alles eigentlich angefangen?Carola Reese:
1928 erwarb mein Großvater Julius Oehler von Karl Raff eine Maschinen- und Apparatebau-Firma, heute KARASTO Armaturenfabrik Oehler GmbH. Karl Raff blieb dem Unternehmen nicht nur als Konstrukteur erhalten. Auch der neue Firmenname erinnert an KArl RAff und den damaligen Betriebssitz in STuttgart-Ost. Schon ein Jahr später hatte – wie gesagt – das junge Unternehmen seine erste Bewährungsprobe in Form der Weltwirtschaftskrise zu überstehen. Das gelang, wie man heute sieht. 1932 meldete Oehler, ein typisch schwäbischer Tüftler, eine Erfindung zum Patent an, die KARASTO zum Marktführer im Bereich professioneller Wasserschlaucharmaturen aus Messing machte: die GEKA-Schnellkupplung. Sie stellte eine Weiterentwicklung der großen Giersberg-Feuerwehrkupplung für geringer dimensionierte Schläuche dar und paßte als Einheitskupplung für verschiedene Schlauchmaße. Auf diesem Gebiet waren wir praktisch konkurrenzlos, weshalb wir auch trotz Krieg und frühem Tod des Firmengründers so lange stetig wuchsen, bis die bestehenden Räume endgültig zu klein waren. Erfolg braucht Platz: Seit 1952 sitzt das Unternehmen hier in Fellbach nördlich von Stuttgart.Frage:
Der Ballungsraum Stuttgart ist ja die Heimat auffallend vieler Premiummarken, die über die Landesgrenzen hinaus einen guten Ruf haben. Bei den Wasserschlauchkupplungen jedenfalls führt Ihre Marke GEKA den guten Stern. Muß man Schwabe sein, um die Erfolgsmischung aus Tüftlergeist und Innovationsfreude, aus Qualitätsbesessenheit und visionärer Weltoffenheit hinzubekommen?Klaus Schluchter:
Man muß natürlich nicht, aber es hat sicherlich geholfen, daß diese Mischung sowohl die Gründerväter Karl Raff und Julius Oehler als auch ab 1950 Oehlers Schwiegersohn Alfred Naß und seine Nachfolger gekennzeichnet hat. Als zum Beispiel in den 60er Jahren viele Patente ausliefen und nahezu das komplette KARASTO-Programm von Wettbewerbern kopiert wurde, gelang es, durch Weitsicht und gute Ideen dem wachsenden Konkurrenzdruck erfolgreich standzuhalten. Und als sich in den 90er Jahren der Konkurrenzdruck durch Importeure weiter verschärfte, die billig produzierte Messingarmaturen aus China auf den Markt warfen, haben wir 1995 gemäß der Devise „Fortschritt aus Tradition“ eine eigene Entwicklungsabteilung aufgebaut. Dieser für unser kleines Unternehmen mutige Schritt war wichtig und richtig für die Zukunftssicherung und hat uns tatsächliche viele neue Produkte gebracht, die durch Gebrauchsmuster und Patente geschützt sind. So gelang es u.a., unsere GEKA-Schnellkupplung durch eine Weiterentwicklung zur GEKA plus, gegenüber dem Vorgängermodell eine 100%ige Verbesserung, wieder patentieren zu lassen. Es gelang aber auch, durch die Entwicklung ganz neuer Produkte wie des Luftbefeuchtungssystems KARASTO-DVS eine ganz neue Sparte aufzubauen.Frage:
Wie hat sich in diesen 75 Jahren die Vertriebsstruktur geändert?Carola Reese:
Eigentlich gar nicht. Schon in der Gründerzeit arbeiteten wir mit dem Technischen Handel sowie mit Eisenwaren-, Baustoff- und Gartenbedarfsgroßhändlern zusammen, also nahezu dem gleichen Kundenkreis, mit dem wir auch heute traditionell erfolgreich zusammenarbeiten. Zum Beispiel reichen unsere Beziehungen mit einem Technischen Händler wie REIFF oder einer Handelskooperation wie der E/D/E bis Anfang der 30er Jahre zurück. Die Teilnahme an der TOP-PARTNER-Initiative war da eine logische Konsequenz. Was wir vom Handel erwarten, ein leistungsfähiger Mittler zu den Märkten zu sein, uns als Dienstleister in Sachen Kundennähe und Logistik zu vertreten und jetzt auch als Multiplikator in Sachen Marketing, das sehen wir im VTH TOP-PARTNER-Konzept in idealer Weise umgesetzt. Wir wollen auch heute und in Zukunft gemeinsam mit dem Technischen Handel aktiv Markt machen.Frage:
Wie sehen die Anforderungen der Zukunft aus?Klaus Schluchter:
Nach 75 Jahren erfolgreicher Firmengeschichte hat Fortschritt bei uns eine Tradition. Der Tradition verpflichtet zu sein heißt konsequenterweise, der Innovation verpflichtet sein. Wer in Deutschland produziert und erfolgreich sein will, der muß eben konsequent auf Innovation und Qualität setzen. Und auf ein zuverlässig-tragfähiges Verhältnis mit Vertriebspartnern, die dieses Konzept mittragen. Das ist im Falle KARASTO traditionell der Technische Handel. Und hier gilt natürlich nicht nur das innovative Produkt, sondern auch so altmodische Tugenden wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Seriosität und Dienstleistung, wenn es darum geht, das Verhältnis zum Handel zu festigen. Wir wollen einfach, daß unsere Kunden unsere Fans sind. Diese Erfolgsfaktoren, die ich eigentlich lieber Traditionsfaktoren nennen möchte, werden sicherlich auch für die nächsten 75 Jahre tragfähig sein. Deshalb freue ich mich darauf, in 25 Jahren als Rentner dabei zu sein, wenn KARASTO das 100jährige Bestehen feiert. HSPersönlich, verbindlich, kompetent, schnell
KARASTO Armaturenfabrik Oehler GmbH mit Sitz in Fellbach bei Stuttgart: Geschäftsführende Gesellschafter sind seit 1993 Carola Reese und Klaus Schluchter. Das Lieferprogramm: Wasserschlauch-, Industrie-, Sanitär- und Heizungsarmaturen, Schlauchgießgeräte, Wasserschläuche, Luftbefeuchteranlagen und neuerdings Wasserentkeimungsanlagen – insgesamt 2.500 verschiedene Produkte. Die Maxime: Qualität, Service, Lieferzuverlässigkeit und Fachhandelstreue. Die 51 Mitarbeiter erwirtschaften 80 % des Umsatzes auf dem deutschen Markt. Hauptexportländer: ganz Westeuropa, fast ganz Osteuropa, Rußland, USA, Australien, Südafrika und Naher Osten.Download
- Datei-Download: Klick rechte Maustaste auf den Download-Link, Auswahl "Ziel/Datei speichern unter ", Speicherung.
ZIP-Dateien entpacken Sie bitte durch einen Doppelklick auf die heruntergeladene Datei oder mit Ihrem ZIP-Programm. -
Download: VTH_737_KARASTO_75_Jahre.doc
Name: VTH_737_KARASTO_75_Jahre.doc, Typ: doc, Größe: 29.00 KByte
-
Download: vth737a.jpg
Name: vth737a.jpg, Typ: jpg, Größe: 1005.35 KByte
-
Download: vth737b.jpg
Name: vth737b.jpg, Typ: jpg, Größe: 772.94 KByte
-
Download: vth737c.jpg
Name: vth737c.jpg, Typ: jpg, Größe: 400.94 KByte
-
Download: vth737d.jpg
Name: vth737d.jpg, Typ: jpg, Größe: 418.92 KByte
-
Download: vth737e.jpg
Name: vth737e.jpg, Typ: jpg, Größe: 692.84 KByte

Zum Seitenanfang





















