VTH-Fortgeschrittenen-Seminar Dichtsysteme nach TA-Luft (VTH 828)
Experten aus verschiedenen Bereichen der Dichtungstechnik gaben den Teilnehmern wertvolle Informationen zu dieser wichtigen Thematik.
Geänderte Rahmenbedingungen
In der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) werden für bestimmte Anwendungen, insbesondere kritische Medien, hochwertige Dichtungen als Dichtelemente in Flanschverbindungen und zur Abdichtung von Spindeldurchführungen in Absperr- oder Regelorganen gefordert. Die Hochwertigkeit ist u. a. durch Nachweis der Einhaltung einer bestimmten spezifischen Leckagerate an einem repräsentativen Prüfling nachzuweisen. Mit der Novellierung der TA-Luft, die seit Oktober 2002 gilt, haben sich die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Dichtungen in der Chemie wesentlich geändert. Die Anbieter von Dichtungssystemen stehen nicht nur vor der Herausforderung, gesetzliche Vorgaben wie die Neufassung der TA Luft einzuhalten. Sie müssen ihren Kunden dafür auch möglichst wirtschaftliche Lösungen anbieten. Zunehmend fragen Anwender in der Chemie nach spezifischen Dichtungswerkstoffen, die exakt den Belangen ihrer Anwendung entsprechen.
Normen und Richtlinien
Zu Beginn erläuterte Manfred Schaaf vom Prüfinstitut AMTEC aus Lauffen Allgemeines zur den gesetzlichen Grundlagen der TA Luft und welche Anforderungen die Dichtungen erfüllen müssen, um die Richtlinien der TA Luft zu erfüllen. Speziell für den Bereich der Flanschverbindungen zeigte Manfred Schaaf die Anforderungen an die Dichtungen auf, die die VDI-Richtlinie 2440 für Flanschdichtungen und Stopfbuchspackungen definiert. So muß in einem Bauteilversuch eine geforderte Leckagerate eingehalten werden, die Dichtungen sind nach den Regeln der DIN 28090 oder der EN 13055 auszuwählen, die Flanschverbindung muß mit der Berechnungsnorm EN 1591 ausgelegt werden.
Die richtige Montage zählt
Hans-Gerd Preyser, Verkaufsleiter Deutschland von TEADIT International aus Kufstein, ging in seinem Referat auf Flachdichtungen auf Basis von expandiertem und strukturiertem PTFE ein. Er verwies darauf, daß das Zertifikat für Dichtungen nur ein Kriterium sei, das es zu beachten gelte. „Das Zertifikat allein bescheinigt die Qualität einer Dichtung“, so Hans-Gerd Preyser. „Gefahren lauern aber auch bei der Montage. Die hochwertigste Dichtung nützt nichts, wenn sie falsch montiert ist, z.B. mit einer falschen Schraube.“ Auch die Flansche müssen auf die jeweilige Dichtung abgestimmt sein. Für die Technischen Händler komme es darauf an, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Dichtungen das richtige Prüfzeugnis haben, das für die jeweilige Anwendung erforderlich ist. „Das Wichtigste ist aber, daß die Technischen Händler besonders sorgfältig prüfen, welche Dichtung in Frage kommt, wenn ein Kunde Dichtungen gemäß TA-Luft verlangt“, so Hans-Gerd Preyser weiter.
Bestehende Absperrorgane kontinuierlich ersetzen
Stefan Danner aus Vertrieb und Technik der Burgmann Industries GmbH & Co. KG aus Wolfratshausen referierte über Armaturendichtungen unter besonderer Berücksichtigung von TA-Luft und Druckgeräterichtlinie. Sein Augenmerk galt insbesondere den Spindelabdichtungen. „Absperrorgane in Rohrleitungen mit Durchflußstoffen, bei denen besondere Maßnahmen zur Emissionsminderung zu treffen sind, müssen nach der neuen TA-Luft entweder mit einem hochwertig abgedichteten metallischen Faltenbalg mit nachgeschalteter Sicherheitsstopfbuchse oder mit einem gleichwertigen Dichtsystem ausgeführt sein“, so Stefan Danner. Bestehende Absperrorgane sind nach der TA-Luft kontinuierlich zu ersetzen. „Man spricht von einem 12-Jahres-Zeitraum, in dem diese Maßnahme anläßlich der alle 5 Jahre planmäßig stattfindenden TÜV-Stillstände durchzuführen ist“, so Stefan Danner. „Hier sind jedoch die Absperrorgane nicht grundsätzlich zu ersetzen, sondern sie können auch mit behördlicher Zustimmung mit einem technisch dichten System ausgerüstet werden.“ Dabei wird eine fachgerechte Ausführung vorausgesetzt. Der komplette Ersatz vorhandener Absperrorgane ist nur in den Fällen notwendig, wo eine Nachrüstung wirtschaftlich unsinnig wäre oder die technische Voraussetzung für eine Umrüstung nicht gegeben ist.
Interessante Lösung
Eine interessante Lösung für Dichtungen gemäß TA-Luft bieten nach Ansicht von Dipl.-Ing. Marco Schildknecht die Frenzelit-Werke & Co. KG. Für Marco Schildknecht, in Anwendungstechnik und Vertrieb von Frenzelit tätig, ist eine Graphitplatte des Unternehmens die Antwort im Flachdichtungsbereich, wenn es um die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen durch die TA-Luft geht. „Die Platte ist mit bewährtem Streckmetall aufgebaut und durch weitere Veredelungsschritte so optimiert, daß auch das strenge Leckagekriterium erfüllt ist. Diese Plattenlösung versetzt den Technischen Handel in die Lage, Antworten auf drängende Fragen der Endanwender geben zu können“, ist Marco Schildknecht überzeugt.
Erfolgreiche Fortsetzung
Nach dem 1. Fortgeschrittenen-Seminar der VTH-Fachgruppe „Dichtungstechnik“ im November 2003 in Kassel hat die Reihe nun eine erfolgreiche Fortsetzung gefunden. Einhellige Meinung der Teilnehmer war es am Ende, daß sie vertieftes Wissen über diesen ausgewählten Produktbereich der Dichtungstechnik erwerben und wertvolle Informationen mit nach Hause nehmen konnten. HS
Geänderte Rahmenbedingungen
In der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) werden für bestimmte Anwendungen, insbesondere kritische Medien, hochwertige Dichtungen als Dichtelemente in Flanschverbindungen und zur Abdichtung von Spindeldurchführungen in Absperr- oder Regelorganen gefordert. Die Hochwertigkeit ist u. a. durch Nachweis der Einhaltung einer bestimmten spezifischen Leckagerate an einem repräsentativen Prüfling nachzuweisen. Mit der Novellierung der TA-Luft, die seit Oktober 2002 gilt, haben sich die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Dichtungen in der Chemie wesentlich geändert. Die Anbieter von Dichtungssystemen stehen nicht nur vor der Herausforderung, gesetzliche Vorgaben wie die Neufassung der TA Luft einzuhalten. Sie müssen ihren Kunden dafür auch möglichst wirtschaftliche Lösungen anbieten. Zunehmend fragen Anwender in der Chemie nach spezifischen Dichtungswerkstoffen, die exakt den Belangen ihrer Anwendung entsprechen.
Normen und Richtlinien
Zu Beginn erläuterte Manfred Schaaf vom Prüfinstitut AMTEC aus Lauffen Allgemeines zur den gesetzlichen Grundlagen der TA Luft und welche Anforderungen die Dichtungen erfüllen müssen, um die Richtlinien der TA Luft zu erfüllen. Speziell für den Bereich der Flanschverbindungen zeigte Manfred Schaaf die Anforderungen an die Dichtungen auf, die die VDI-Richtlinie 2440 für Flanschdichtungen und Stopfbuchspackungen definiert. So muß in einem Bauteilversuch eine geforderte Leckagerate eingehalten werden, die Dichtungen sind nach den Regeln der DIN 28090 oder der EN 13055 auszuwählen, die Flanschverbindung muß mit der Berechnungsnorm EN 1591 ausgelegt werden.
Die richtige Montage zählt
Hans-Gerd Preyser, Verkaufsleiter Deutschland von TEADIT International aus Kufstein, ging in seinem Referat auf Flachdichtungen auf Basis von expandiertem und strukturiertem PTFE ein. Er verwies darauf, daß das Zertifikat für Dichtungen nur ein Kriterium sei, das es zu beachten gelte. „Das Zertifikat allein bescheinigt die Qualität einer Dichtung“, so Hans-Gerd Preyser. „Gefahren lauern aber auch bei der Montage. Die hochwertigste Dichtung nützt nichts, wenn sie falsch montiert ist, z.B. mit einer falschen Schraube.“ Auch die Flansche müssen auf die jeweilige Dichtung abgestimmt sein. Für die Technischen Händler komme es darauf an, ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Dichtungen das richtige Prüfzeugnis haben, das für die jeweilige Anwendung erforderlich ist. „Das Wichtigste ist aber, daß die Technischen Händler besonders sorgfältig prüfen, welche Dichtung in Frage kommt, wenn ein Kunde Dichtungen gemäß TA-Luft verlangt“, so Hans-Gerd Preyser weiter.
Bestehende Absperrorgane kontinuierlich ersetzen
Stefan Danner aus Vertrieb und Technik der Burgmann Industries GmbH & Co. KG aus Wolfratshausen referierte über Armaturendichtungen unter besonderer Berücksichtigung von TA-Luft und Druckgeräterichtlinie. Sein Augenmerk galt insbesondere den Spindelabdichtungen. „Absperrorgane in Rohrleitungen mit Durchflußstoffen, bei denen besondere Maßnahmen zur Emissionsminderung zu treffen sind, müssen nach der neuen TA-Luft entweder mit einem hochwertig abgedichteten metallischen Faltenbalg mit nachgeschalteter Sicherheitsstopfbuchse oder mit einem gleichwertigen Dichtsystem ausgeführt sein“, so Stefan Danner. Bestehende Absperrorgane sind nach der TA-Luft kontinuierlich zu ersetzen. „Man spricht von einem 12-Jahres-Zeitraum, in dem diese Maßnahme anläßlich der alle 5 Jahre planmäßig stattfindenden TÜV-Stillstände durchzuführen ist“, so Stefan Danner. „Hier sind jedoch die Absperrorgane nicht grundsätzlich zu ersetzen, sondern sie können auch mit behördlicher Zustimmung mit einem technisch dichten System ausgerüstet werden.“ Dabei wird eine fachgerechte Ausführung vorausgesetzt. Der komplette Ersatz vorhandener Absperrorgane ist nur in den Fällen notwendig, wo eine Nachrüstung wirtschaftlich unsinnig wäre oder die technische Voraussetzung für eine Umrüstung nicht gegeben ist.
Interessante Lösung
Eine interessante Lösung für Dichtungen gemäß TA-Luft bieten nach Ansicht von Dipl.-Ing. Marco Schildknecht die Frenzelit-Werke & Co. KG. Für Marco Schildknecht, in Anwendungstechnik und Vertrieb von Frenzelit tätig, ist eine Graphitplatte des Unternehmens die Antwort im Flachdichtungsbereich, wenn es um die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen durch die TA-Luft geht. „Die Platte ist mit bewährtem Streckmetall aufgebaut und durch weitere Veredelungsschritte so optimiert, daß auch das strenge Leckagekriterium erfüllt ist. Diese Plattenlösung versetzt den Technischen Handel in die Lage, Antworten auf drängende Fragen der Endanwender geben zu können“, ist Marco Schildknecht überzeugt.
Erfolgreiche Fortsetzung
Nach dem 1. Fortgeschrittenen-Seminar der VTH-Fachgruppe „Dichtungstechnik“ im November 2003 in Kassel hat die Reihe nun eine erfolgreiche Fortsetzung gefunden. Einhellige Meinung der Teilnehmer war es am Ende, daß sie vertieftes Wissen über diesen ausgewählten Produktbereich der Dichtungstechnik erwerben und wertvolle Informationen mit nach Hause nehmen konnten. HS
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VTH-Fortgeschrittenen-Seminar „Dichtsysteme nach TA-Luft“ Antworten auf drängende Fragen
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Download: Rund 20 Teilnehmer kamen zum 2. Fortgeschrittenen-Seminar der Fachgruppe „Dichtungstechnik“ nach Fulda.
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Download: Kompetente Referenten erläuterten den Mitarbeitern des Technischen Handels Wissenswertes über Dichtsysteme nach der TA-Luft.
Name: vth828referent.jpg, Typ: jpg, Größe: -2 Byte

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