VTH-Fachgruppe Schlauch- und Armaturentechnik: Dialog fortgesetzt (VTH 791)

Alter und neuer Vorsitzender der VTH-Fachgruppe Schlauch- und Armaturentechnik: Wolfgang Luckhart. Beinahe 60 Mitglieder gehören der Fachgruppe Schlauch- und Armaturentechnik an. Damit ist die Fachgruppe nicht nur der größte Zusammenschluß von Spezialisten auf diesem Gebiet in Deutschland, sondern mit ihrem geballten Know-how auch ein wichtiger Ansprechpartner für die Industrie.

Und so ist es fast schon Tradition, daß die Fachgruppe sich jedes Jahr nicht nur zur Mitgliederversammlung trifft, sondern in diesem Zusammenhang auch den Dialog mit der Industrie pflegt. Beim Forum 2004 für Schlauch- und Armaturentechnik in Kassel berichteten Referenten namhafter Hersteller über neue Entwicklungen aus dem Bereich Schlauch- und Armaturentechnik.
Forum 2004
Über die Schwierigkeiten bei der „Umsetzung der Trinkwasserverordnung in die Praxis“ berichtete Wolfgang Faßbender, ContiTech Schlauch GmbH Paguag Schlauchtechnik, Korbach. Was müssen Technische Händler in diesem Zusammenhang beachten? Welche Schläuche kommen in Frage, welche Werkstoffe sind unbedenklich?
Mit der Konstruktion und Produktion von PTFE-Wellschläuchen befaßte sich Jack Koster von XTRAFLEX BVBA Manufacturers of Flexible P.T.F.E. Pressure Hose & Wire Braid aus Schoten (Belgien). Insbesondere wegen der guten chemischen Resistenz und der hohen Temperaturbeständigkeit ist PTFE ein besonders gut geeignetes Material für Spezialschläuche, so Koster.
Nicht mit asiatischen Billigherstellern zusammenzuarbeiten, riet Klaus Herdegen, E. Georg Lüdecke Armaturen GmbH, Amberg, den Mitgliedern der Fachgruppe in seinem Vortrag über „Armaturenvielfalt made in Germany“. Die möglichen Folgen aufgrund mangelnder Qualität und fehlender Normung seien nicht abschätzbar. „Wenn etwas passiert, kommt die Frage der Haftung. Den Hersteller wird man dann nicht heranziehen können“, so Herdegen. Der Schwarze Peter liege dann beim Händler, warnte Herdegen.
Wie sich die Trelleborg Industrie GmbH aus Mettmann im Bereich Schlauchtechnik strategisch ausrichtet, und dies in einer Zeit, in der sich die Gummiindustrie im Umbruch befindet, erläuterte abschließend Paul Sprengel von Trelleborg.
Leistungsfähig im Verbund
Die mittlerweile 58 Fachgruppenmitglieder sind nach Ansicht ihres Vorsitzenden Wolfgang Luckhart der beste Beweis, wie wichtig die branchenweite Zusammenarbeit der führenden Unternehmen aus dem Bereich Schlauch- und Armaturentechnik im Technischen Handel ist. Die Fachgruppenarbeit, insbesondere die Arbeit in den vier Arbeitskreisen, stärkt die Leistungsfähigkeit im Verbund und damit die Durchsetzungskraft im Markt.
Berichte der Arbeitskreise
Als Leiter des AK „Homepage und Internet“ berichtete Günter Rhodius, das die Fachgruppe in Kürze ihren Internetauftritt ausweiten werde. Bislang gibt es nur eine Seite. „Damit möchten wir eine Informations- und Kommunikationsplattform für interne und externe Interessensgruppen schaffen, so etwa für alle VTH-Mitglieder, für Lieferanten und andere Interessenten aus dem Bereich Schlauch- und Armaturentechnik wie etwa Kunden, TÜV oder branchengleiche Fachverbände“, erläuterte Rhodius. Der Online-Auftritt soll jedoch kein Anfrageportal oder Shop zur Bedarfsgenerierung werden.
Von einem äußerst erfolgreichen und mit 25 Teilnehmern komplett ausgebuchten Lehrgang konnte Christian Salge, Leiter des AK „Aus- und Weiterbildung“ berichten. Im März bzw. Oktober 2003 fanden in Goslar der jeweils einwöchige Grund- und Aufbaukurs zum „Geprüften Fachberater für Schlauch- und Armaturentechnik“ statt. Salge: „Hierfür stellten sich dankenswerterweise kompetente Dozenten aus der Industrie zur Verfügung, außerdem die Berufsgenossenschaft Chemie, die als neutrale, nicht interessensgebundene Institution anerkannt ist.“ Das Echo der teilnehmenden Firmen war eindeutig positiv. In einer Umfrage des AK erteilten sie Dozenten, Ort und Gestaltung Noten von gut bis sehr gut.
Der AK „Branchentrends und Marktentwicklung“ hat einen Fragebogen zur Lieferantenbefragung erarbeitet. Ziel ist es, Basisinformationen aus dem Markt zu gewinnen. Von den 114 angeschriebenen Firmen antwortete knapp die Hälfte. Für das weitere Vorgehen schlug AK-Leiter Peter Mühlberger vor, entweder Einzelgespräche mit den Lieferanten zu führen oder alternativ Lieferantenforen durchzuführen. Dabei könnten mehrere Mitglieder mit jeweils einem Lieferanten diskutieren. „Die Ergebnisse könnte man dann auf der Internetseite der Fachgruppe allen Mitgliedern zugänglich machen“, so Mühlberger.
Peter Badners berichtete aus der Arbeit des AK „Sicherer Einsatz von Schlauchleitungen für Chemie und Dampf“. Er befaßt sich derzeit vor allem mit dem Merkblatt T 002 der BG Chemie. Die Neuausgabe soll etwa Mitte des Jahres vorliegen, so der aktuelle Stand.
Der AK „Hydraulikschlauchleitungen“ hat sich intensiv über die Frage Gedanken gemacht, wie das Thema Sicherheit unter den heutigen Gewährleistungsbedingungen umgesetzt werden muß. AK-Leiter Peter Heit gab den Fachgruppenmitgliedern in diesem Zusammenhang eine wichtige Empfehlung: „Die Mixverarbeitung von Schlauch, Nippel und Fassung unterschiedlicher Lieferanten birgt ein nicht kalkulierbares Risiko für den Schlauchkonfektionär.“
Vorstand wiedergewählt
Daß die Fachgruppenmitglieder mit der geleisteten Arbeit des Vorstands zufrieden waren, zeigte sich bei der Neuwahl: Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig für zwei Jahre im Amt bestätigt, nämlich Wolfgang Luckhart als Vorsitzender sowie Christian Salge, Peter Badners, Peter Mühlberger und Günter Rhodius als Stellvertreter. Die Arbeit wird ihnen auch bis zur nächsten Fachgruppensitzung im Februar 2005 in Kassel nicht ausgehen. HS

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