VTH-Fachgruppe Persönliche Schutzausrüstungen (PSA): Herausforderung BetrSichV ( VTH 921)

16. Sitzung der VTH-Fachgruppe „PSA“: zufrieden mit der neuen Imagebroschüre. Es ist eine gute Tradition der VTH-Fachgruppe „Persönliche Schutzausrüstungen“ (PSA), des führenden Zusammenschlusses der Fachhändler auf diesem Gebiet, die Treffen an den Standorten ihrer Lieferindustrie abzuhalten. Das drückt einerseits die enge Beziehung zwischen Industrie und Fachhandel aus, zeigt aber ebenso deutlich, daß die Technischen Händler sehen wollen, wie Forschung, Entwicklung und Produktion bei den Partnern laufen.

Zu ihrer 16. Sitzung trafen sich die Fachgruppenmitglieder auf Einladung der Degussa Stockhausen GmbH & Co. KG, STOKO® Skin Care, in Krefeld.
In „Hautkontakt“ mit dem Technischen Handel
Nach dem stellvertretenden Fachgruppenvorsitzenden Leonhard Engels begrüßte Frank Küsters, Vertriebsleiter Deutschland Hautschutz der STOKO® Skin Care, die PSA-Fachhändler und lud zum Auftakt der Sitzung zur Besichtigung des Unternehmenszweigs ein, in dem das Hautschutz-, Hautpflege- und Hautreinigungsprogramm entwickelt, produziert und vertrieben wird. Für alle Besucher ein Aha-Erlebnis, sahen sie doch eine Produktion, in der die hohen Standards nach Pharma-Anforderungen umgesetzt werden. Was von der Sache her durchaus gerechtfertigt ist – schließlich verbietet sich bei der Haut das Verfahren von Versuch und Irrtum, von Reklamation oder Nachbesserung: Haut muß ein Leben lang halten. Frank Küsters: „Gesunde Haut ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern ein volkswirtschaftlich relevanter Faktor. Nur gesunde Hände erwirtschaften gesunde Ergebnisse.“ Ein Anliegen, das STOKO® Skin Care und die Partner im Technischen Handel gemein-sam verfolgen, gleichsam auf „Hautfühlung“ am gleichen Strang ziehend.
Europäische Sicherheit: Vorsicht Falle
Wenn es noch eines Beweises für die Notwendigkeit hochkompetenter Fachgroßhändler bedurft hätte, so haben spätestens die jüngsten rechtlichen Veränderungen ihn geliefert. Das Arbeitsschutzrecht wurde, u.a. im Rahmen der europäischen Vereinheitlichung, neu strukturiert. Viele alte Verordnungen (UVVen) fielen weg, andere wurden zusammengefaßt oder neu formuliert. Die neue Wirklichkeit nennt sich „Betriebssicherheitsverordnung“ (BetrSichV) und setzt auf einen Schlag acht EU-Richtlinien in nationales Recht um. Das verschlankte das Vorschriftenwerk und führte zu einem neuen Präventionsansatz. Was aber scheinbar eine Vereinfachung darstellt, nämlich reduzierte und europaweit einheitliche Vorschriften aus einem Guß, ist in Wirklichkeit nur eine Verlagerung auf die Verwaltungsebene und erweist sich einmal mehr als politische Mogelpackung für den Mittelstand. Das machte Dipl.-Ing. H. Jörg Damm (Düsseldorf), Sicherheitsingenieur bei der „zas safety consult gmbh“, in seinem Fachvortrag deutlich: „Gefährdungsbeurteilung gemäß Betriebssicherheitsverordnung – Auswirkungen auf die betriebliche Praxis.“
Die sogenannte „Gefährdungsbeurteilung“ ist der Kernbestandteil der innerbetrieblichen Arbeitssicherheit. Sie gibt den Unternehmen nun einerseits mehr Handlungsspielraum, auch mehr Spielraum zu maßgeschneiderten Lösungen. Andererseits nimmt sie den Unternehmen die berechenbaren, eindeutigen Anweisungen, erlegt zugleich dem Unternehmer eine eingehende Analyse und Dokumentation der Sicherheitssituation auf, zwingt ihn zur Abwägung zwischen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit und bürdet ihm dabei ein hohes Maß an Verantwortung bis hin zum Haftungsrisiko auf.
Ergebnis dieser „planmäßigen“ Verunsicherung: mehr Unsicherheit beim Mittelstand. Und häufig weniger Sicherheit am Arbeitsplatz.
Für den Fachhandel allgemein eine schwierige Entwicklung, aber für den starken PSA-Fachhandel eine Chance und eine Herausforderung. Jetzt gilt es erst recht, auf die verunsicherten Unternehmer zuzugehen und ihnen mit Sachkunde, Gesetzeskunde und den nötigen PSA-Produkten zur Seite zu stehen. „Die Verantwortung“, warnte Damm, „kann der Handel dem Unternehmen zwar nicht abnehmen. Aber ein gut Teil der Last!“
Mit neuer Imagebroschüre zur A+A
Als absolut gelungenes Ergebnis der Arbeit des Arbeitskreises Marketing und Öffentlichkeitsarbeit konnte Sprecherin Birgit Kleinod die neue Imagebroschüre der Fachgruppe vorstellen. Damit ist nicht nur eines der großen Projekte in der Vorbereitung des ersten Messeauftritts des VTH und der VTH-Fachgruppe „PSA“ auf der Branchenmesse „A+A Arbeitsschutz aktuell 2005“ erfolgreich erledigt – ihre Mitglieder verfügen nun über ein wirksames Instrument, ihre Arbeit und ihre Kompetenz darzustellen. Verteilt wird dieses Faltblatt am Stand der VTH-Fachgruppe „PSA“ auf der „A+A“ in Düsseldorf vom 24.-27. Oktober 2005 (Halle 4, Stand A 28). Und ist zu bestellen bei der VTH-Geschäftsstelle, Prinz-Georg-Straße 106, 40479 Düsseldorf. HS

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