TA Luft: Jetzt umrüsten, denn die Schonfrist ist vorbei! (VTH 1487)
Die Menschheit wächst in einem rasanten Tempo, und mit ihr wächst die Industrie. Da eine emissionsfreie und immissionsfreie Produktion Wunschdenken bleibt und de facto unmöglich ist, gibt die Politik der Industrie bindende Regeln zur Schadstoffbegrenzung vor. Nun ist nicht immer alles der Weisheit letzter Schluss, was in Amtsstuben entworfen, von Regierungen beschlossen und von Parlamenten durchgewinkt wird. Tatsache aber bleibt, der Mensch braucht Luft zum Atmen, und die soll möglichst sauber sein, sonst wird er krank. Insofern ist die „Erste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundesimmissionsschutzgesetz /Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft“, kurz „TA Luft“, das Resultat aus Lösungsvorschlägen zu Umweltproblemen. Die TA Luft mit ihren 239 Seiten wurde 2002 novelliert und ist seit dem 30. Oktober 2007 von einem „Sollte“ zu einem „Muss“ geworden. Die Übergangsfrist zur TA Luft-konformen Umrüstung alter Anlagen ist abgelaufen. Die Schonfrist ist vorbei.
Qualmende Schlote und dicke Luft waren einmal die bis weit zum Horizont sichtbaren Zeichen des Wirtschaftswunders. Die Zeiten sind passé. Mit einem neuen Umweltbewusstsein setzte das Umdenken ein. Und das ganz besonders in Deutschland. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit erklärte in der Präambel der TA Luft: „Diese Technische Anleitung dient dem Schutz der Allgemeinheit und der Nachbarschaft vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, um ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt zu erreichen.“
Emissionen und Immissionen
Die TA Luft gliedert sich in einen Passus zu Immissionen und einen zu Emissionen. Im Immissionspart sind Vorschriften zum Schutz der Umwelt vor unvertretbar hohen Schadstoffbelastungen enthalten. Mit den Bestimmungen zur Zulassung von Industrieanlagen wurde zugleich EU-Recht umgesetzt.
Der Emissionsteil enthält Ausführungen zu Vorsorgeanforderungen. Hier geht es um schädliche Umwelteinwirkungen und um entsprechende Emissionswerte bezüglich aller relevanten Luftschadstoffe. Dabei ist die TA Luft nicht nur eine Hürde für Neuanlagen, sie ist auch gewissermaßen der TÜV für Altanlagen, die nun nach Ablauf der Übergangsfrist „runderneuert“ werden müssen. Anders gesagt: Beim nächsten Prüftermin muss das Ersatzteil TA Luft-konform sein.
Stilllegung droht
Wer gegen die Auflagen verstößt, riskiert die Betriebsgenehmigung und satte Strafen. Auch wenn so mancher noch vor Jahren über Sinn und Effekt der Anleitung gegrübelt haben mag, die TA Luft ist eine große Chance, ein Gewinnlos für alle. Für den Bürger, weil seine Gesundheit geschützt wird. Und für die Industrie, die durch die Auf- oder Umrüstung zwar zunächst einmal Geld investieren muss, dank effizienterer Anlagen aber dazuverdient. Die TA Luft bietet insgesamt eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Dank der Verordnung kommt der Dichtungstechnik mehr Bedeutung zu – und gleichzeitig auch mehr Verantwortung.
Grenzwerte runter – Sicherheit rauf
„Technische Anleitung“ klingt wie ein gut gemeinter Ratschlag, tatsächlich ist das Regelwerk hochkomplex und hat einen absolut bindenden Charakter. Die Grenzwerte allgemeiner Emissionen und zulässiger Immissionen wurden drastisch gesenkt. Immissionswerte werden nicht mehr flächenbezogen bemessen, sondern punktuell ermittelt, was automatisch zu höheren Werten führt. Im Kontext mit kritischen Medien wie Staub, Benzol usw. werden hochwertige Dichtungsmaterialien als Basis für Dichtelemente in Flanschverbindungen und zur Abdichtung von Spindeldurchführungen in Absperr- und Regelorganen eingefordert. Was im Einzelnen mit „hochwertig“ gemeint ist, lässt sich wiederum unter den Anforderungen zur Einhaltung von Leckagegrenzwerten nachlesen. Die Richtlinien VDI 2200 und VDI 2440 geben Hilfestellung bei der Auswahl von Dichtelementen. Durch die TA Luft wurde das Prüfungsverfahren nach Beantragung einer Änderungsgenehmigung auf die gesamte Anlage und sämtliche Verfahrensschritte ausgeweitet. Dichtungen, die z. B. in Raffinerien oder in den Pipelines der Petrochemie eingesetzt werden, müssen extreme Anforderungen in Sachen Hitzebeständigkeit erfüllen. Brandschutz ist hier das oberste Gebot.
Jede Technik ist nur so gut wie der Monteur
Messlatte sind hier die Prüfmethoden nach ISO 10497, die keinen Materialfehler übersehen. Entsprechend zertifizierte Dichtungen haben die Materialprüfung bestanden, was allerdings noch nichts zum Verhalten bei der Anwendung aussagt. Gefahren lauern schon bei einer fehlerhaften Montage. Die beste Dichtung nützt nichts, wenn sie nicht regelkonform verarbeitet wird. Zudem greift – etwa in raffineriefernen Tanklagern – die so genannte „Absterbensregel“: Eine einmal eingebaute Dichtung wird, auch wenn sie nicht TA Luft-konform ist, erst bei notwendigen Umbaumaßnahmen oder im Leckagefall ersetzt, dann jedoch zwingend erforderlich durch eine hochwertige TA Luft-konforme Dichtung. Natürlich ist jede Technik nur so gut wie der Monteur, der sie handhabt. Geschultes Fachpersonal ist somit ein wichtiger Faktor für die Sicherheit einer Anlage. Leider hilft da die TA Luft nicht weiter. Sie bietet keinerlei Anleitungen zu Wissensstand oder Qualifikation der Monteure. Und so sind die Hersteller von Dichtungen von sich aus bereit, mit Informationsmaterial, technischen Unterlagen und Schulungen weiterzuhelfen.
Wenn ein Unternehmen vor der Dichtungsmontage nicht über eigenes qualifiziertes Personal verfügt, kann es auf die Technischen Händler vor Ort zurückgreifen. Der hat den heißen Draht zum Anwendungstechniker der herstellenden Industrie. Die Hersteller TA Luft-konformer Dichtungen bieten wirtschaftliche und saubere Lösungen an bzw. schulen selbst. Dazu gehören eine kostengünstige Anlagenaufrüstung, die Vermeidung von Folgekosten und teuren Medienverlusten. In der Reduzierung der Medienverluste liegt denn auch ein enormes Einsparungspotenzial, das nicht nur „gefühlt wahrnehmbar“ ist, sondern präzise gemessen und nachgewiesen werden kann. Hier stehen bewährte Rechen-Tools bereit. Denn die Devise lautet: Die Luft ist rein, wenn alles dicht ist.
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Entscheidungshilfen
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Moderne Industrieanlage
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Rohrsysteme
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