Schmierstoffe in der Lebensmittelproduktion - Vorsicht vor kleinsten Partikeln (VTH 1489)
Verantwortung der Hersteller
Schmierstoffe sind auch in der Lebensmittelproduktion unverzichtbar. Ein kompetenter Schmierstofflieferant muss deshalb die Betriebstechnik des Lebensmittelherstellers oder -verarbeiters ebenso gut kennen wie die hygienischen Anforderungen. Für die Reinheit verantwortlich sind alle in dieser Kette: die Hersteller von Schmierstoffen, die Hersteller von Maschinen für die Lebensmitteltechnik und die Hersteller oder Weiterverarbeiter von Lebensmitteln. Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Gesetzen und Verordnungen, die im Wesentlichen von der EU geregelt sind (siehe Kasten). Die EG-Richtlinie 93/43/EWG etwa schreibt die Anwendung der HACCP-Methode vor (Hazard Analysis of Critical Control Points = Gefahrenanalyse kritischer Kontrollbereiche), ein Vorbeugesystem im Rahmen der Fehlervermeidung. Dieses System hat zum Ziel, jeden Schritt im Herstellungsprozess, welcher zu einer Kontamination der Lebensmittel führen könnte, zu identifizieren, zu überwachen und zu dokumentieren. Allerdings: Es gibt bis heute keine globale, internationale Norm bezüglich der Bestandteile von Schmierstoffen in der Lebensmitteltechnik.Der amerikanische Standard
International führend und entsprechend anerkannt sind die US-amerikanischen Vorschriften bezüglich der Inhalte von Schmierstoffen in der Lebensmitteltechnik. Das US-System basiert auf einer Positivliste, in der alle erlaubten Inhaltsstoffe verzeichnet sind. Diese Liste wird von der amerikanischen Lebens- und Arzneimittel-Behörde FDA (Food andDrug Administration) geführt. Schließlich zertifiziert die NSF (National Sanitation Foundation = Nationale Hygiene-Stiftung) anhand dieser Liste die Schmierstoffe und teilt sie in zwei Kategorien ein, und zwar:
- Schmierstoffe in der Lebensmitteltechnik, bei denen der Kontakt mit Lebensmitteln technisch nicht ausgeschlossen werden kann (unter der Bezeichnung NSF H1), und
- Schmierstoffe in der Lebensmitteltechnik, bei denen der Kontakt mit Lebensmitteln technisch ausgeschlossen werden kann (NSF H2).
Die in der ersten Kategorie eingestuften Schmierstoffe entsprechen den nationalen US-Standards oder übertreffen sie sogar. Mit dem Einsatz solcher Schmierstoffe kann länderspezifische Differenzen der Anwender sicher sein, nationale und internationale Anforderungen zu erfüllen.
Die technischen Anforderungen
Grundsätzlich muss ein Schmierstoff, der in der Lebensmitteltechnik eingesetzt wird, physiologisch unbedenklich sein. Und natürlich sollte er hervorragend schmieren. Aus Gesetzen, Richtlinien und Normen definieren sich aber noch zusätzliche Anforderungen:- Geruchsneutralität,
- Geschmacksneutralität,
- Beständigkeit gegen Desinfektions- und Reinigungsmittel,
- Lebensmittelverträglichkeit,
- Erfüllung länderspezifischer Anforderungen bis hin zur Erfüllung religiöser Vorschriften.
Der Technische Handel kann heute Schmierstoffe anbieten, die sowohl die tribologischen Anforderungen als auch die Einhaltung der lebensmittelrechtlichen Vorgaben erfüllen. Beispiel Mühlenprodukte: In der Kleiepresse zur Futterherstellung könnte es zu einem Kontakt zwischen Schmierfetten und Futterpellets kommen.
Europäische Verordnungen
In der Verordnung 178/2002 der EG werden die allgemeinen Grundsätze, die zuständigen EU-Behörden und die Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit definiert. Teile dieser EG-Verordnung sind Bestandteil des deutschen Lebensmittel- und Futtermittelgesetzes (LFGB) sowie des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständegesetzes (LMHV). Ergänzt werden diese Verordnungen durch spezielle Vorschriften z.B. für Fischerei-, Fleisch- und Milcherzeugnisse (91/493 EWG, 92/5 EWG, 92/46 EWG) Alle hierin beschriebenen Anforderungen muss der Schmierstoffhersteller und Schmierstoffanwender kennen und entsprechend bei der Produktentwicklung berücksichtigen.Download
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Schmierstoffe in der Lebensmittelproduktion
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Behälter mit Fett
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Kleiemühle mit Arbeiter
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Leitungen, Tonne mit Fett
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OKS-Produkte
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Tonnen mit Fett
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