Experten im Gespräch: PSA im Spannungsfeld: Mensch – Umwelt – Maschine (VTH 1454)
Die „Sicherheitsindustrie“ produziert PSA – von Schutzschuhen über Schutzbekleidung bis hin zum Kopfschutz. PSA produziert Sicherheit – wenn sie getragen wird. „Sicheres Produzieren“ wird aber ebenso wie die PSA häufig als „isolierte“ Lösung für ein „isoliertes Problem“ gesehen. Aber wird das heute den Anforderungen einer komplexen Arbeitswelt, wie beispielsweise im Bereich der Chemischen Industrie, mit ihren vielfältigen Gefahrenpotenzialen gerecht? Oder brauchen wir mehr das Denken in ganzheitlichen Ansätzen? Wenn ja, taugt der Standort Deutschland als Vorreiter für solche Zukunftskonzepte? Fragen, die Vertreter aus Wissenschaft, Technischem Handel, Industrie und Fachverbänden beim jährlichen „Expertengespräch am runden Tisch“ in Düsseldorf im Blick auf Trends, Potenziale, Meinungen und Lösungen diskutierten. Ihr Thema: „Sicher produzieren – PSA im Spannungsfeld von ‚Mensch, Umwelt und Maschine’. Ihre Botschaft: Sicherheitskonzepte im System sind kein Luxus, sondern eine unabdingbare Voraussetzung für Zukunft.
Arbeit ist gefährlich?
„Mens sana in corpore sano“ sagten die alten Römer, sei eine Voraussetzung des Erfolgs, denn ein gesunder Geist und ein gesunder Körper bedingen sich gegenseitig. Eine Voraussetzung des Erfolgs ist ebenso ein gesunder Mitarbeiter in einem gesunden Unternehmen – auch diese beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig. Umso mehr, als Arbeit je nach Branche und Arbeitsplatz lebensgefährliche Nebenwirkungen haben kann. Zum Beispiel wenn sie mit Gefahrstoffen verbunden ist – in der Chemischen Industrie eine alltägliche Herausforderung.
Gefahrstoffe und PSA
Es liegt in der Natur der Sache, dass Teillösungen auch nur Teile des Problems lösen können. Wo ein Arbeitnehmer z.B. im Falle eines Unfalls reizenden Gasen ausgesetzt ist, reicht es nicht, nur einen einfachen Atemschutz zu tragen, es muss möglicherweise die außenluftunabhängige Atemluftversorgung sein. Und es reicht nicht, die Atmungsorgane zu schützen. Reizende Gase gefährden auch die Augen oder die Haut. An übergreifenden Arbeitsschutzkonzepten führt hier kein Weg vorbei. Nur: Wer trägt hier auf welchen Ebenen die Verantwortung? Wer kennt sich z.B. mit dem „Chemiecocktail“ aus, vor dem geschützt werden muss? Die Industrie häufig nicht mehr. „Die Ausgliederung von Unternehmensbereichen im Zuge der Prozessverschlankung, die Zerschlagung alter Industriekomplexe in viele kleine Einheiten, gerade in der Chemischen Industrie, und nicht zuletzt die aktuellen Arbeitsschutzvorschriften, in denen das gewohnte Korsett eindeutiger und detaillierter Regelungen durch gefährdungsorientierte eigenverantwortliche Handlungsvorgaben abgelöst wurden, haben leider in den Betrieben (und hier insbesondere beim Unternehmer) noch nicht die erforderliche Akzeptanz gefunden. Dies gilt insbesondere auch für die Sicherheitsbewertung der zu treffenden Maßnahmen“, so Rolf Ebenig. „Teilweise ist aber auch immer noch das Denken in Vorschriften anzutreffen. Gefährdungsorientiertes Denken, z.B. bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung, muss daher weiter gefördert werden. Die Berufsgenossenschaften (BGen) bieten hierzu zur Unterstützung der Betriebe eine breite Palette von Praxishilfen und Leitfäden an.“
In großen Chemieunternehmen, die noch über einen qualifizierten Stab von Sicherheitsingenieuren verfügen, kann zwar nicht die juristische Verantwortung, wohl aber die fachliche Verantwortung an die Fachabteilungen delegiert werden. Das funktioniert in der Regel auch. In mittelständischen und kleineren Unternehmen hingegen ist der Unternehmer häufig auf fachlichen Beistand angewiesen.
Technischer Handel mit Rat und Tat
Dabei gibt es im Markt genügend Spezialisten. Die Berufsgenossenschaften, die ein Interesse daran haben vorzubeugen, um hohen Versicherungsleistungen zu entkommen. Die Technischen Händler, die von Beschaffern von Arbeitsschutz längst zu Arbeitschutzberatern geworden sind. Und nicht zuletzt die Markenindustrie, die als Anbieter von Sicherheitsprodukten durchaus weitergehende Lösungen wie Komplettpakete aufeinander abgestimmter Maßnahmen anbietet, z.B. die Haut- und Handschutzkonzepte der TOP-Partner KCL und STOKO. VTH-Hauptgeschäftsführer Thomas Vierhaus: „So hat 2008 ein Technischer Händler den „Innovationspreis Technischer Handel“ für eine herausragende Detaillösung – in Zusammenarbeit mit der Sicherheitsindustrie – zur Personensicherung im Umgang mit Gefahrstoffen verliehen bekommen.“ „Vor allem die Geprüften Fachberater des Technischen Handels sind Partner der Wahl, wenn es darum geht, bei der individuellen Gefährdungsbeurteilung pro Arbeitsplatz zu helfen“, so KCL-Vertriebsleiter Marcus Dinse. „Denn solange in den Unternehmen nichts passiert, macht sich häufig eine gewisse Betriebsblindheit breit, während die Berater aus dem Technischen Handel mehr sehen, weil sie erstens auf die kritischen Stellen fokussiert sind und zweitens in Sachen Arbeitsschutz über den individuellen Arbeitsplatz hinaus vernetzt denken. Sie wissen, welche BG-Vorschriften für die produzierenden Unternehmen gelten und können die jeweils richtige PSA empfehlen.“ Wobei der Technische Handel den Unternehmen nicht nur mit Rat zur Seite steht, sondern auch mit Tat. Also der Umsetzung dieser Konzepte und der Verfügbarkeit der nötigen Arbeischutzprodukte bis hin zu organisierter Versorgung etwa im Rahmen des C-Teile-Managements.
PSA als Wettbewerbsvorteil?
Eine Folge sowohl der Ausgliederung substanzieller Abteilungen als auch der neuen Betriebssicherheitsverordnung: PSA hat nicht mehr überall den Stellenwert als entscheidende Rahmenbedingung der Produktion in den Unternehmen. Bei den einen wird sie wie in alten Zeiten als „verordnetes Muss“ wahrgenommen, bei den anderen als störender Faktor beiseitegeschoben. Dabei könnte PSA doch längst ein echter Faktor im Wettbewerb sein. Und dabei könnten sich die umfassenden Konzepte des Technischen Handels und seiner Industriepartner doch längst als besonderer Mehrwert für die Industriekunden im Wettbewerb durchgesetzt haben.
Betriebswirtschaftsfaktor Gesundheit
Das Denken in Prozessstrukturen und das gewachsene Bewusstsein in der Industrie für Kostenfaktoren sind eigentlich eine gute Voraussetzung, dem Thema PSA seine Bedeutung in der Gesamtrechnung zukommen zu lassen. Inklusive der Kostenfaktoren, die sich aus der Auslagerung an spezialisierte Anbieter ergeben. Zum Beispiel an den Technischer Handel, bei dem PSA sicherlich ein herausragendes Leistungssegment der Branche ist. Dessen Mitarbeiter sich als „Geprüfte Fachberater PSA“ qualifiziert haben und die sich weiterhin regelmäßig z.B. bei den Aufbauschulungen der Berufsgenossenschaften fortbilden. Der mit einem breiten Sortiment sowohl den Wunsch seiner Kunden nach „allem aus einer Hand“ befriedigen kann als auch die Ausrüstung in der Tiefe bereithält, ob im Arbeitsschutz oder auf anderen Gebieten. In diesem Bereich den Rücken frei zu haben ist für die Industrie ein erlebbarer, praktischer Nutzen. Die Industrie, die im globalen Wettbewerb auf alle Ressourcen zurückgreifen muss, um den Wettbewerb zu bestehen, kann gar nicht anders, als der wichtigsten Ressource, die wir in Deutschland haben, nämlich dem hochqualifizierten Mitarbeitern, die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Leonhard Engels: „Nur professionell geschützte Mitarbeiter bleiben gesund und verletzungsfrei. Nur gesunde, gut geschützte Mitarbeiter sind motiviert, und nur motivierte Mitarbeiter erwirtschaften Rendite, während Krankheiten und Unfälle den Kostenapparat belasten.“ „PSA ist wertmäßig ein C-Teil, im Bewusstsein aber ein A-Teil“, so Wolfgang Möwius, „jedenfalls da, wo Arbeitssicherheit als Teil der Unternehmenskultur angesehen wird.“ So gesehen ist PSA für die Industrie ein Wettbewerbs- und Renditefaktor erster Güte. Und der Technische Handel ist bei der Sicherung dieser Rendite sein bester „consultant“.
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Expertengespräch PSA
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Leonhard Engels
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Marcus Dinse
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Rolf Ebenig
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Runde
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Thomas Vierhaus
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Unfallzahlen
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Wolfgang Möwius
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